Junger Student spielt Schach mit älterer Person in hellem Pflegeheim, warme Atmosphäre

Neue Idee – Die App die Zeit schenkt (und nebenbei Geld verdient)

Ick sitze beim Mittagessen mit meiner Familie und meine Oma – na gut, hypothetische Oma, meine sind beide bereits nicht mehr da – würde gerne Schach spielen. Nicht gegen das Handy, nicht gegen eine App die in drei Zügen gewinnt und dabei kein Mitleid kennt, sondern gegen einen echten Menschen der dabei redet, lacht und vielleicht auch mal absichtlich verliert.

Das Problem: Alle haben keine Zeit.

Die Kinder arbeiten. Die Enkel studieren oder sind anderweitig damit beschäftigt das Leben zu entdecken. Der Pflegedienst hat drei Minuten für die Medikamente und null Minuten für Gesellschaft. Und die Pflegeeinrichtung selbst – die würde ja gerne mehr anbieten, aber Personal kostet Geld, Zeit ist knapp und Schachspielen steht leider nicht in der Stellenausschreibung für Pflegekräfte.

Und genau hier habe ick eine Idee.

Die Idee

Eine App und eine Webseite. Simpel im Konzept, komplex in der Wirkung.

Vorab geprüfte Studenten – Führungszeugnis, kurzes Onboarding, vielleicht ein Erstgespräch – gehen in Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser oder ähnliche Einrichtungen und bieten dort ihre Zeit an. Schach spielen. Spazieren gehen. Den Rollstuhl durch den Park kutschieren und dabei über früher reden. Einfach da sein. Zuhören. Gesellschaft leisten.

20 Euro die Stunde für den Studenten, als Minijob abgerechnet, legal, sauber, unkompliziert. Wer bucht das Ganze? Die Angehörigen. Die Tochter die in München lebt und weiß dass ihre Mutter in Berlin im Pflegeheim sitzt und sich wünscht dass jemand mit ihr Karten spielt. Der Sohn der jeden Sonntag schlechtes Gewissen hat aber nicht immer kommen kann. Die Familie die weiß dass Zeit das wertvollste Geschenk ist – und die bereit ist dafür zu bezahlen wenn sie selbst gerade keine hat.

Junger Student spielt Schach mit älterer Person in hellem Pflegeheim, warme Atmosphäre
Eine Stunde Gesellschaft – manchmal ist das das Wertvollste überhaupt.

Das Geschäftsmodell – oder: wer verdient hier eigentlich was

Hier wird es kurz trocken, aber ich verspreche es lohnt sich.

Der Stundensatz in der App liegt bei 40 Euro. Davon gehen 20 Prozent – also 8 Euro – als Provision an uns als Vermittler. Die Pflegeeinrichtung bekommt 12 Euro für die Verwaltung, Koordination und die Tatsache dass sie uns überhaupt reinlassen. Der Student bekommt seine 20 Euro direkt.

Macht zusammen: 8 + 12 + 20 = 40 Euro. Passt.

Win für den Studenten – Nebenverdienst der sich gut anfühlt und im Lebenslauf besser klingt als „Supermarktkasse”.

Win für die Pflegeeinrichtung – Zusatzeinnahmen ohne zusätzliches Festpersonal.

Win für die Angehörigen – ruhiges Gewissen, konkreter Mehrwert für ihre Liebsten.

Win für uns als Vermittler – weil wir die Infrastruktur bauen, die das alles erst möglich macht.

Vier Gewinner bei einer Transaktion. Das schafft nicht mal der Dönerstand um die Ecke.

Was wir als Anbieter liefern

Das ist der Teil wo ich ehrlich bin: die Idee ist gut, aber die Umsetzung ist Arbeit.

Als Vermittler bauen wir eine App sowie eine Webseite-Infrastruktur wo jede Pflegeeinrichtung ihre eigene individuelle Seite bekommt. Kein Copy-Paste-Template das nach Massenware aussieht, sondern eine Seite die zur jeweiligen Einrichtung passt – mit ihren Bewohnern, ihren Angeboten, ihrem Charakter. Die Einrichtung zahlt keine Grundgebühr, sondern nur Provision pro vermittelter Stunde. Kein Risiko, kein Abo das vergessen wird zu kündigen.

Die App selbst übernimmt Buchung, Abrechnung, Kommunikation zwischen Angehörigen und Studenten, Bewertungen und die ganze administrative Seite die sonst niemand machen möchte.

Smartphone mit App-Interface für Pflegeeinrichtungs-Buchung, warmes Holz-Setting
Buchen, bestätigen, loslegen – so einfach soll es sein.

Warum das mehr ist als eine Geschäftsidee

Jetzt wird es kurz ernst, weil das Thema es verdient.

Deutschland hat ein Einsamkeitsproblem in Pflegeeinrichtungen das selten laut ausgesprochen wird. Nicht weil es niemandem auffällt – sondern weil es so strukturell tief verwurzelt ist dass man fast nicht weiß wo man anfangen soll. Pflegekräfte leisten Enormes unter enormem Druck, aber Gesellschaft leisten und Zeit schenken ist eine eigene Kategorie die im Schichtplan schlicht keinen Platz hat.

Studenten andererseits haben etwas das in diesem Kontext Gold wert ist: Zeit, Energie, Empathie und oft auch das echte Interesse an Menschen jenseits ihrer eigenen Altersblase. Wer einmal eine Stunde mit einem 85-jährigen Schachspieler verbracht hat der drei Weltkriege überlebt hat – metaphorisch gesprochen – geht anders raus als er reingekommen ist. Das ist keine Einbahnstraße.

Diese Idee verbindet zwei Gruppen die sich eigentlich brauchen aber ohne Infrastruktur nie zusammenfinden würden. Genau das ist unser Job als Vermittler.

Was noch fehlt

Regulatorisch gibt es Fragen die beantwortet werden müssen – Haftung, Datenschutz, Versicherung für die Studenten während des Einsatzes. Das sind keine unlösbaren Probleme, aber es sind echte Probleme die jemand mit juristischem Verstand anschauen muss bevor die erste App live geht.

Außerdem braucht es Vertrauen. Pflegeeinrichtungen sind zu Recht vorsichtig wenn es um den Zugang zu ihren Bewohnern geht. Das Onboarding der Studenten muss wasserdicht sein – Führungszeugnis ist Pflicht, ein persönliches Gespräch wahrscheinlich auch, vielleicht sogar ein kurzes Pflegesensibilitätstraining damit niemand mit den besten Absichten aber ohne Fingerspitzengefühl in einer Situation landet die Feingefühl braucht.

Aber das alles ist lösbar. Das Konzept trägt.

Was haltet ihr davon? Ick bin gespannt – schreibt es in die Kommentare.

— Daniel

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